Westfalenmeisterschaft: Riemke steht als Staffel-Sieger im Halbfinale

SV Teutonia Riemke – HSG Menden-Lendringsen 34:30 (15:13)

Bochum. Die A-Jugendhandballerinnen des SV Teutonia Riemke haben am vorletzten Spieltag der Oberliga-Staffel 2 die letzten Zweifel beseitigt. Dank ihres 34:30 (15:13)-Erfolges über die HSG Menden-Lendringsen stehen sie sicher im Halbfinale um die Westfalenmeisterschaft. Da der Tabellenzweite Soester TV gegen den Königsborner SV mit 16:23 gepatzt hat, ist dem Team von Trainer Ralf Sievers auch der erste Rang nicht mehr zu nehmen, so dass es im Halbfinale gegen den Tabellenzweiten der Staffel 1 zunächst auswärts antreten muss (10./11. März), ehe eine Woche später das Rückspiel vor heimischer Kulisse stattfinden wird. Dieser wird entweder die JSG NSM-Nettelstedt oder der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck sein. „Das ist“, sagt Ralf Sievers, „aber fast egal.“

SV Teutonia Riemke: Isik (1.-41., 55.-60.), Schwagerus (41.-55.), Schabrowski (n. e.) – Fleckstein (7/2), Krönert (6/1), Kranz (2), Sievers (3), Bobek, Oberscheidt (2), Albus, Niggemeyer (9), Rump (5), Kamp (n. e.), Nowak (n. e.).

HSG Menden-Lendringsen: Spiekermann – Köppe (1), Eisenberg (1), Beckmann (2), Schmidt, Gutzeit (11/4), Albrecht, Voß (7), Gollan (6), Malcus (1), Delbrügger, Gura (1).

Nach dem Patzer vor einer Woche beim RSV Eiserfeld (19:20) sowie wegen der Erinnerung an das Hinspiel (23:26) war dem Spitzenreiter durchaus ein bisschen mulmig. Und als das Spiel und somit der 14. Saisonsieg in trockenen Tüchern waren, hatte der Riemker Trainer seine Mädels am Samstag in der Sporthalle der Heinrich-Böll-Gesamtschule auch noch längst noch nicht so gesehen, wie er es gerne hätte – und es auch schon gesehen hat. „Gegen Eiserfeld haben wir sechs Siebenmeter und zehn glasklare Chance vergeben“, sagte Ralf Sievers. „Und auch diesmal haben wir drei, vier, fünf liegen lassen. Mindestens.“

Hinzu kam, dass auch die Riemker 5:1-Deckung, in der Linksaußen Vanessa Rump auf der vorgezogenen Position immens rackerte, nicht so funktionierte, wie sie spätestens in den Partien um die Westfalenmeisterschaft funktionieren sollte. „Wir haben in der Abwehr bei Weitem nicht so gestanden wie in den Spielen davor“, sagte Ralf Sievers. Das führte auch dazu, dass die Mendenerinnen nicht nur einmal auch in Unterzahl zu Torerfolgen kamen – gleich zweimal gelang ihnen dies in der Schlussphase der ersten Halbzeit, so dass sie nur mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die Pause gehen mussten.

Während in den Kabinen dann um kurz nach 17.30 Uhr ein bisschen nachgedacht und analysiert wurden, begann bei Mendens Nummer 19 hektisches Treiben. Ein paar Klamotten über das Trikot und die Hose, und schon war Kim Malcus verschwunden. Auf nach Unna – um der Frauen-Mannschaft, die die Oberliga-Tabelle anführt und in die 3. Liga will, ab 19.15 Uhr in der Partie beim Schlusslicht Königsborner SV zu helfen. Was insofern gelang, als sich der Spitzenreiter mit 41:24 durchsetzte.

HSG verkürzt auf zwei Treffer – 30:32

Es gehört bei der HSG Menden-Lendringsen, und nicht nur dort, zur Normalität, dass Jugendliche schon in den Senioren-Teams spielen. Nehmen wir nur Riemkes herausragende Torschützin: Auch Rechtsaußen Julia Niggemeyer, der gegen Menden-Lendringsen neun Treffer gelangen, kennt sich in der Frauen-Oberliga schon bestens aus. „Inzwischen sind wir fünf weniger als zu Saisonbeginn“, sagte HSG-Coach Willi Barnhusen am Samstagabend. Dass er, der in der vergangenen Saison Interimstrainer des Frauen-Teams war, Spielerinnen abgeben müsse, sei für ihn selbstverständlich. „Ich mache“, sagte er, „die Jugendarbeit ja nicht zum Selbstzweck.“

Und Willi Barnhusen erlebte in der zweiten Halbzeit eine Partie, in der sich seine Spielerinnen bemühten und auch von Rückschlägen nicht umwerfen ließen. Allerdings schafften sie es nicht, die technisch stärkeren Riemkerinnen ernsthaft in Gefahr zu bringen. Einmal aber gaben die Bochumerinnen ihr Minimum-Polster von drei Treffern doch noch einmal aus der Hand und ließen die HSG auf zwei Tore herankommen (32:30), nachdem einmal mehr Alexia Gutzeit aus dem Rückraum getroffen hatte.

Debby Eisenberg sieht die Rote Karte

Es war dann eine kuriose Szene in der 58. Minute: Nathalie Sievers lief ziemlich energisch geradeaus, prallte an Debby Eisenberg ab und hätte sich nicht zu wundern brauchen, wenn die Entscheidung ein Stürmerfoul gewesen wäre. Allerdings gab es eine Zwei-Minuten-Strafe gegen die Mendenerin, und da es deren dritte war, die Rote Karte gleich hinterher. Trainer Willi Barnhusen äußerte sein Unverständnis, so dass es auch noch eine Zwei-Minuten-Strafe gegen die Bank der HSG gab. „Da war′s vorbei“, sagte er und attestierte, dass „Riemke verdient gewonnen hat“.

Noch 1:59 Minuten sind zu spielen. Als dann jedoch auch noch Alexia Gutzeit einer von vielen, vielen Schrittfehlern in dieser Partie unterläuft, machen die Riemkerinnen den Sack zu. Endgültig. In der 59. Minute trifft mal wieder Julia Niggemeyer, und zwar zum 33:30, ehe in der 60. Minute Verena Fleckstein, die die linke Rückraum-Position mit sehr viel mehr Leben gefüllt hat als zuvor Vanessa Bobek, den 34:30-Schlusspunkt setzt. „Die Teamleistung war okay“, sagt dann auch Teutonia-Trainer Ralf Sievers. „Die Mannschaft hat gekämpft, und dadurch haben wir zwei Punkte geholt.“

Quelle: whp-online.de

 

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